„Um viertel nach drei am Kröpcke!“ Die Stadt ist noch ein Trümmerhaufen, da trifft sich der Hannoveraner bereits wieder an „seiner“ Kröpcke-Uhr. Das gleichnamige Café ist zur ersten „Fischbrötchenmesse“ noch ein Provisorium aus Zeltleinwand, doch wenig später entsteht ein schicker Flachbau aus Leichtmetall, Holz und Glas. Hier spielt schon bald wieder ein flotter Stehgeiger auf und wer in den Wirtschafswunderjahren das nötige Geld hat, vergnügt sich nachmittags bei Kaffee und Kuchen.
Doch nicht alles wandelt sich in Hannover im Lauf der Fünfziger so schnell wie die staubige Ruinenlandschaft zur modernen Großstadt. Nebeneinander existieren fortwährende Wohnungsnot und moderne Nierentischchen, kratzende Strümpfe und modische Petticoats, enge Tante-Emma-Läden und erste Supermärkte, die „Große Wäsche“ der Hausfrauen und Fernsehabende im Kreise von Freunden und Verwandten.
Zeitzeugen erzählen von aufregenden Premieren in den hannoverschen Kinos und frühen Erfolgen der „Grünen“ von 96, von allwöchentlichen Sonntagsausflügen zum Maschsee und den seit 1950 wieder marschierenden Schützen, von wilder Kellerkultur und braven Hausbällen, von Halbstarken und Tanzschulen, wo den jungen Leuten erst einmal Benimm beigebracht wird – für das neue Leben im Hannover der Fünfziger.